Refluxerkrankung -  Sodbrennen

Unter Refluxerkrankung – Hauptsymptom Sodbrennen – versteht man den Rückfluss von Mageninhalt (v.a. Magensäure) in die Speiseröhre. Eine Refluxerkrankung entsteht, wenn der Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen, der aus einem Schließmuskel in der Aufhängung beim Durchtritt durch das Zwerchfell besteht, aus verschiedenen Gründen undicht wird. Oft ist die Refluxerkrankung mit einem sog. Zwerchfellbruch (Hiatushernie) vergesellschaftet. Der Zwerchfellbruch ein sehr häufiger Befund und für sich allein kein Behandlungsgrund. Die allermeisten Patienten mit Refluxerkrankung sind mit säurehemmenden Medikamenten (sog. Protonenpumpenblocker) gut zu behandeln, nur selten sind weitergehende operative oder endoskopische Verfahren angezeigt.

Seit längerem sind endoskopische Verfahren zur Behandlung einer langjährigen Refluxerkrankung in der Entwicklung. Vielversprechend sind in erster Linie endoskopische Behandlungstechniken mit einem Nahtverschluss ähnlich der operativen Standard-Operation (sog. laparoskopische Fundoplikatio). Die endoskopische Fundoplikatio erfolgt in Vollnarkose, nach dem Eingriff bleibt der Patient zur Überwachung im Krankenhaus stationär in der Regel für 2 bis 3 Tage. Bei der sog. MUSE-Prozedur wird ein spezielles Endoskop (10 mm durchmessend) eingeführt und in den Magen vorgeschoben. Ein Anwinkeln des Endoskops bringt Magenwand und Speiseröhre aneinander. Mithilfe einer Ultraschallfunktion am Endoskop wird schließlich die genaue Stelle ermittelt, an der die Magenwand und die Speiseröhre mit einem Klammernahtsystem fixiert wird, das ebenfalls in dem speziellen Endoskop integriert ist. Dieser Vorgang wird an vier oder fünf unterschiedlichen Stellen wiederholt, so dass eine ringartige Verstärkung des Mageneinganges entsteht und so der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre verhindert wird.

Nach dem Eingriff können leichte Schmerzen im Hals und Oberbauch auftreten, der Kostaufbau erfolgt verzögert.

Das Behandlungsverfahren mit diesem speziellen Endoskop ist noch sehr jung. Kurzfristige Untersuchungsergebnisse sind vielversprechend, es gibt aber noch keine Langzeituntersuchungen oder Vergleichsstudien. Diese Behandlung sollte nur in spezialisierten Zentren ausgeführt werden.