Refluxkrankheit (Chronisches Sodbrennen) - Gastroösophageale Refluxkrankheit

Viele Menschen haben gelegentlich Sodbrennen, für einige Menschen (20% der westlichen Welt) ist Sodbrennen ein wiederkehrendes oder dauerhaftes Problem: die sogenannte gastro-ösophageale Refluxkrankheit (GERD).

Die häufigsten Beschwerden sind Sodbrennen und Säurereflux beschreiben ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein bzw. einen Rückfluss von säuerlichem Mageninhalt in die Speiseröhre teilweise bis in den Mund. Gelegentlich können auch Schluckbeschwerden, starke Brustschmerzen, ein Globusgefühl („Kloß im Hals“ ) oder dauerhafter Husten und Heiserkeit auftreten.

 

Was wird gemacht?

Sind die Beschwerden typisch und bestehen keine zusätzlichen Auffälligkeiten oder Risikofaktoren, so erfolgt in vielen Fällen zunächst eine medikamentöse Behandlung mit magensäureblockierenden Medikamenten. In Abhängigkeit der Beschwerden und der zusätzlichen Faktoren können außerdem folgende Untersuchungen erforderlich sein:

  • Speiseröhrenspiegelung, inkl. Gewebeproben bei Schluckbeschwerden
  • 24h Langzeit-pH Metrie ggf. mit Impedanzmessung
  • Hochauflösende Manometrie
  • Röntgen Breischluck

 

Wie geht es weiter?

Allgemeine Maßnahmen wie die Umstellung der Lebensgewohnheiten wie Gewichtsreduktion bei Übergewicht, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper (d.h. 45° Oberkörperhochlage) oder der Verzicht auf das Einnehmen von späten Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen (d.h. letzte kleine Mahlzeit 3 Stunden vor dem Schlafengehen) können die Beschwerden lindern. Außerdem haben Patienten manchmal weniger Beschwerden, wenn sie auf Alkohol, scharfes Essen, Kaffee, Süßigkeiten und Rauchen verzichten bzw. einschränken.
Häufig werden diese Maßnahmen ergänzt durch die Einnahme von magensäureblockierenden Medikamenten (z. B. Pantoprazol, Omeprazol, Esomeprazol, Lansoprazol, Rabeprazol). Bei einem Großteil der Patienten werden diese Medikamente bei einer akuten Entzündung der Speiseröhre für einen bestimmten Zeitraum täglich eingenommen, danach im Bedarfsfall. Manchmal ist eine langfristige und dauerhafte Behandlung mit diesen Medikamenten angezeigt.
Bei bestimmten Patienten, die einer dauerhaften medikamentösen Behandlung bedürfen, ist ein endoskopischer oder operativer Eingriff zur Behandlung der Refluxkrankheit sinnvoll und angezeigt. Der Standarteingriff ist die sog. laparoskopische Fundoplikatio, bei der aus den oberen Teilen des Magens eine Manschette um den unteren Speiseröhrenschließmuskel gebildet wird. Ein neuartiges chirurgisches Verfahren ist die Anlage einer Titankette um den unteren Speiseröhrenschließmuskel (sog. LINX-Band) in minimal-invasiver Technik. Dieses neuartige Verfahren ist bislang nicht etabliert und sollte daher nur in Zentren durchgeführt werden.

Unbehandelt können bei einem Teil der Patienten mit Refluxkrankheit langfristig Komplikationen auftreten, wie die Ausbildung eines Barrett-Ösophagus, die Entstehung von Engstellen oder das Auftreten von Speiseröhrenkrebs.

besondersBesonders: Seit Ende der 90´ger Jahre werden minimal-invasive endoskopische Verfahren für die Behandlung der Refluxkrankheit entwickelt. Hierbei wird die Idee verfolgt, den unteren Ösophagussphinkter „von innen“ zu stärken. Das geschieht zum Beispiel durch die Bildung einer Manschette aus den oberen Teilen des Magens von innen. Über ein speziell ausgestattetes Endoskop werden die entsprechenden Magenanteile miteinander vernäht. Seit den Anfangsjahren führen wir diese Verfahren durch und prüfen sie gemeinsam mit anderen endoskopischen Spitzenzentren. Wir wissen, dass bestimmte endoskopische Antireflux-Verfahren für bestimmte Untergruppen von Refluxpatienten geeignet, sicher und kurzfristig effektiv sind. Derzeit stehen zwei neuere, weiterentwickelte Verfahren zur Verfügung. Allerdings ist es noch notwendig, ihre Wirksamkeit langfristig und im Vergleich mit den herkömmlichen Verfahren zu überprüfen.